Der Geist Bruno

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Bruno war ein sehr netter Geist. Leider wollte nie jemand mit ihm spielen. Alle hatten Angst vor ihm, sobald er sich zeigte.

Bruno wohnte in einem alten, schönen Haus am Hügel. Eines Tages zog eine neue Familie in die Stadt. Die Kinder hießen Felix und Moritz. Sie waren Zwillinge und sehr neugierig und mutig. Schon bald fiel ihnen das Haus am Hügel auf. Als sie von der Schule nach Hause gingen, beschlossen sie, es sich einmal anzuschauen. Was sie wohl erwarten würde?

Im Haus war es schmutzig und überall hingen Spinnweben. Felix meinte zu Moritz: „Hier müsste auch mal wieder sauber gemacht werden.“ Beide lachten und gingen zur Treppe in das Obergeschoss. Die Treppe knarrte und knackte. Ansonsten war es war gruselig still.
Bruno beobachtete die beiden Jungen schon seit sie durch die Tür gekommen waren. Er überlegte, ob er sich den beiden zeigen sollte, aber er hatte Angst, dass auch diese beiden wie alle anderen vor ihm weglaufen würden.
Die Zwillinge erkundeten inzwischen den oberen Stock gründlich. Als sie durch alle Zimmer durch waren sagte Moritz ganz enttäuscht zu Felix: „Schade. Wir haben keinen Geist gefunden.“

Da nahm Bruno seinen ganzen Mut zusammen und rief: „Hallo Jungs, bitte nicht erschrecken. Hier wohnt ein Geist.“ Die beiden Jungen blieben wie angewurzelt stehen und sahen den herbei fliegenden Bruno mit großen Augen an. Doch zum großen Erstaunen von Bruno liefen Felix und Moritz gar nicht weg. Denn die beiden waren eben sehr, sehr mutig. Sie gingen einen Schritt auf Bruno zu und schauten ihn ganz genau an.

Später unterhielten sich lange und in den Wochen danach kamen Felix und Moritz sehr oft zu Bruno zu Besuch. Am liebsten spielte Bruno mit ihnen Verstecken, denn beim Verstecken war Bruno nicht zu schlagen.